Winterzeit, tief verschneit – Vorlesen in der Weihnachtszeit

Vorlesen macht in der Weihnachtszeit besonders Spaß. Es ist die Zeit, zu der ich mich am besten in meine Kindheit zurückversetzen kann. Da ist es nicht überraschend, dass ich dann auch am liebsten die klassischen Bücher oder Figuren hervor hole, es mir mit meinen Kindern auf dem Sofa gemütlich mache und die Geschichten vorlese. Einer der wichtigsten Autoren aus meiner (und von vielen anderen ebenfalls) Kindheit ist Otfried Preußler und heute möchte ich ein Buch vorstellen, in der viele bekannte Figuren aus anderen Büchern vorkommen, aber auch andere winterliche Geschichten. Es geht um das Vorlesebuch Winterzeit, tief verschneit, von Otfried Preußler und Daniela Chudzinski.

Das Buch Winterzeit, tief verschneit enthält Geschichten von Otfried Preußler.
Geschichten zu Vorlesen begleiten uns durch die Winterzeit, Buchcover © Thienemann

13 Geschichten zum Vorlesen in Winterzeit, tief verschneit

In dem Buch gibt es 13 kleine Geschichten, die alle im Winter spielen. Die Länge ist in der Regel so, dass man sie gut zum Einschlafen vorlesen kann, nur bei wenigen Geschichten haben wir es auf zwei Abende aufgeteilt. Als Einleitung zu den jeweiligen Geschichten gibt es einen kleinen Text, der sich als roter Faden durch das Buch zieht. Folgt man dem Faden, ist es natürlich sinnvoll, die Geschichten in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Wir haben uns aber nicht daran gehalten, sondern suchen immer die passende Geschichte zu unserer Stimmung am Leseabend aus.

In den Geschichten treffen wir alte Bekannte aus den Büchern von Otfried Preußler wieder. Es gibt den kleinen Wassermann, die kleine Hexe oder Hörbe und Zwottel. Dazwischen gibt es andere Geschichten, von Kindern in der Weihnachtszeit, dem Nikolaus und Engeln. Die Kapitel mit den bekannten Figuren sind aus den Büchern übernommen. Von der kleinen Hexe gibt es die Kapitel Besser als sieben Röcke und Fastnacht im Walde. Beide gibt es auch im Buch Die kleine Hexe. Ein paar bekannte Kapitel wiederzuverwenden, finde ich gut. Zum einen kommen so bekannte Geschichten aus unterschiedlichen Büchern in einem gemeinsamen, winterlichen Kontext unter dem Motto Winterzeit, tief verschneit zusammen, zum anderen haben sich die Kinder auch darüber gefreut, die Geschichte wiederzuerkennen.

Die Rückseite des Buchs Winterzeit, tief verschneit.
Die Rückseite des Buches mit einer verschneiten Winterlandschaft, Buchcover © Thienemann

Die Kapitel ohne die klassischen Figuren entstammen oft aus Böhmen, wo Otfried Preußler geboren wurde und seine Kindheit verbracht hat. Er erzählt darin von Erinnerungen aus der Schule oder Geschichten, die in Böhmen spielen und dort vielleicht auch schon lange erzählt wurden. Zu allen Erzählungen gibt es Bilder in der Art, die wir aus den Büchern schon kennen.

Wer meine Geschichten glaubt, für den sind sie wahr. Und wer sie nicht glaubt, für den sind sie eben nicht wahr – aber er tut mir ein bissl leid.

Otfried Preußler

Achtung, aufpassen beim Vorlesen

Zum Ende habe ich noch eine der Geschichten, die wir nicht zu Ende gelesen haben und eine, vor der ich warnen möchte. Die erste heißt Das Lied der Zikade. Hinter diesem wunderschönen Titel steckt eine Erzählung der heiligen drei Könige, die nach dem Besuch der Krippe als Ablenkungsmanöver einen falschen Weg eingeschlagen haben und dann in einer Glasbrennerei in Böhmen gelandet sind. Dort kannte man sie auch schon, da Leute aus dem Dorf auch in Bethlehem waren. Mit der Abstraktion dieser Geschichte bin ich leider nie wirklich warm geworden, so dass wir nach einer Pause am nächsten Abend lieber was anderes gelesen haben.

Im zweiten Text bin ich fast in ein richtiges Fettnäpfchen getreten. In Lieber guter Nikolaus wird nämlich am Ende erzählt, dass es den Nikolaus gar nicht gibt. Das ist zwar unseren großen Kindern schon klar, aber unserer Kleinsten wollten wir diese Magie noch nicht nehmen. Ich musste also improvisieren und der Geschichte ein anderes Ende verpassen. Seitdem schaue ich bei Weihnachtsgeschichten zumindest mal nach, wie sie ausgeht.

Winterzeit, tief verschneit ist ein Geschenk für Kinder ab 5 Jahren

Das Buch Winterzeit, tief verschneit eignet sich gut als Geschenk zum Vorlesen. Wenn die Kinder schon die Bücher von Otfried Preußler kennen, werden sie viele Figuren wiedererkennen, vielleicht sogar die ganze Geschichte. Auch die meisten anderen Geschichten sind liebevoll und schön zum lesen und zuhören. Ich empfehle aber, zumindest mal quer über die Geschichte zu lesen, bevor man sie den kleineren Kindern vorliest.

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Bibliographische Angaben:

Winterzeit, tief verschneit
Autor: Otfried Preußler und Daniela Chudzinski
Verlag: Thienemann
144 Seiten
Ersterscheinungsdatum: 07.10.2019
ISBN 978-3-522-18514-1

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16 Kommentare
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9 Monate zuvor

Lieber Bastian,
für uns ist ja immer Vorlesezeit – unabhängig von der Jahreszeit. Aber ich gebe dir in sofern Recht, als dass sich im Winter allein aufgrund der Tageszeit und Dunkelheit eher die Möglichkeit bietet.
Geschichtenbände kommen bei meinem Kind gerade gut an, aber eine Geschichte auf mehrere Tage aufzuteilen, käme wohl nicht infrage.
Herzliche Grüße
Anja von STADT LAND WELTentdecker

9 Monate zuvor

Ich selbst bin zugegeben kein Winterfan, aber die Geschichten in diesem Buch könnten glaube ich auch mein Herz erwärmen! Auch wenn ich von Umdichtungen auch selten begeistert bin! Und dass es den Nikolaus nicht gibt, hätte ich dem Kind auch lieber selbst erzählt, als versehentlich vorgelesen! Da stimme ich dir zu!

Liebe Grüße
Jana

Mo
9 Monate zuvor

Lieber Bastian,

herrlich, dass du deinen Kindern vorliest und dann auch passend zur Jahreszeit. Ich mag die Geschichten von Otfried Preußler, dieses Buch kannte ich allerdings noch nicht. Ein bisschen schmunzeln musste ich über dein selbst erfundenes Geschichten Ende. Bei den Kleinen klappt das noch, blöd wird es dann nur, wenn die Größeren schon lesen können und ganz Naseweis einen korrigieren.

Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit,
Mo

Karin
9 Monate zuvor

Wir haben immer vorgelesen. In der Weihnachtszeit sind solche Bücher oder Geschichtenadventskalender natürlich ideal. Insbesondere wenn dann auch noch Schnee liegt und die Stimmung passt.

9 Monate zuvor

Aufgewachsen mit Gebrüder Grimm und deren Kindergeschichten von Mord und Totschlag bin ich hier etwas abgehärtet. Aber du hast etwas ganz wichtiges geschrieben. Immer erst selbst mal lesen, bevor man es den Kleinsten zumutet. Meine Mutter hat Max und Moritz übrigens immer wieder auferstehen lassen. Sie hatten ihr schlimmes Ende nur geträumt, weil sie zu viel gegessen hatten. :-))

Gibt es etwas Schöneres al in der Adventszeit Geschichten vorzulesen? Oder vorgelesen zu bekommen?
Draußen purzeln dicke Flocken vom Himmel und innen ist es gemütlich bei Kerzenschein und Orangenduft.
Gemeinsam auf dem Sofa sitzen und ein bisschen mit der kleinen Hexe und Co träumen.

Für Kinderbücher ist man definitiv nie zu alt.
Liebe Grüße, Katja

9 Monate zuvor

Danke für die Buchvorstellung, der Tipp mit dem zuerst das Ende der Geschichte ansehen ist super!
Ich mag die winterliche Weihnachtszeit, wenn man dazu dann auch noch passende Geschichten zum Vorlesen hat umso besser.
LG Klaus

9 Monate zuvor

Wie schön! Ich habe als Kind die kleine Hexe und den kleinen Wassermann verschlungen. Wenn sie jetzt wieder auftauchen, dann kann ich mir das nicht entgehen lassen. Ich denke, dass das Lesen mir auch heute noch viel Spaß machen wird. Dein Artikel jedenfalls hat mir Appetit gemacht. Danke!
LG Renate von Trippics

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