Furoshiki – nachhaltig Geschenke verpacken

Das richtige Geschenk für die jeweilige Person zu finden kann manchmal schon schwer genug sein. Was sind die Vorlieben der Beschenkten, schenke ich vielleicht was, was die Person schon hat oder gefällt es ihr doch nicht? Wenn man dann das richtige Geschenk gefunden hat, kommt das Einpacken des Geschenks. Und auch diese ist eine Wertschätzung der lieben Person gegenüber. Aber wer hat dann nicht ein schlechtes Gewissen, teures und glänzendes Geschenkpapier zu verwenden, das dann in sekundenschnelle aufgerissen wird und im Altpapier landet? Furoshiki ist eine Kunst aus Japan, mit wiederverwendbaren Tüchern kunstvolle Geschenkverpackungen zu zaubern. Die Tücher sind aus Stoff und man kann sie nach dem Auspacken beliebig oft wiederverwenden. Das ist nachhaltig und sieht edel aus. Um diese Kunstform anzuwenden, stelle ich das Buch Furoshiki: And the Japanese Art of Gift Wrapping von Tomoko Kakita vor.

Furoshiki zeigt die japanische Kunst des Geschenkeverpackens
Furoshiki zeigt die japanische Kunst des Geschenkeverpackens, Buchcover © Laurence King Verlag

Zuerst ein wichtiger Hinweis, das Buch ist auf Englisch geschrieben. Mit den vielen Bildern in den Anleitungen glaube ich, dass man es auch sehr gut ohne Englischkenntnisse einsetzen kann. Um mehr über die Hintergründe zu erfahren ist das lesen natürlich wichtig. Ich habe mir mit dem Buch ein Set aus 10 TüchernWerbung gekauft, um gleich mit dem Einpacken loszulegen und dann gelesen, dass es nicht unbedingt die richtigen Tücher sind. Furoshiki-Tücher sind laut Tomoko Kakita nämlich nicht unbedingt quadratisch. Es gibt ein paar Standardgrößen, die sich für viele Einsatzzwecke nutzen lassen. Aber auch mit den Ergebnissen mit meinen Tüchern bin ich sehr zufrieden. Vielleicht sollte ich auch noch dabei erwähnen, dass meine Geschenkverpackungen aus Papier meistens alles andere als professionell aussehen. Das hat sich mit der Furoshiki-Technik etwas geändert, auch wenn auch da noch deutlich Luft nach oben ist.

Ein Buch mit Techniken von Furoshiki

Nach einem kurzen Überblick zu der Geschichte von Furoshiki (sie geht zurück bis ins 7. Jahrhundert) startet das Buch mit den grundlegenden Techniken. Dazu gehören verschiedene Knotenvariationen, die bei den Verpackungen immer wieder verwendet werden. Man lernt zum Beispiel den Square Knot kennen, mit dem man später auch wunderbar Bücher einpacken kann (und Bücher gehören ja zu meinen Lieblingsgeschenken). Danach geht es direkt ans Eingemachte. Insgesamt werden 30 verschiedene Verpackungsideen vorgestellt. Das geht von der Verpackung von Büchern, über Verpackungen von Blumensträußen und Flaschen, bis zu dem Erstellen von kleinen Taschen, in denen Geschenke untergebracht werden können. Und dabei stehen zwar die Techniken im Vordergrund, aber es gibt auch Hintergründe zu der jeweiligen Art der Verpackung.

Das Buch über Furoshiki ist in Englisch, mit den vielen Bildern kann man die Techniken aber auch ohne Englischkenntnisse umsetzen
Der Text des Buches Furoshiki ist in Englisch geschrieben, mit vielen Bildern oft selbsterklärend, Buchcover © Laurence King Verlag

Um ein Buch zu verpacken, gibt es mehrere Methoden, manche sind im privaten Umfeld sehr beliebt, aber gerade bei förmlichen Anlässen, zum Beispiel eine Hochzeit, sind die oben genannten Knotentechniken in Japan nicht gewünscht. Knotenlose Verpackungen sind ein Symbol dafür, dass nichts zwischen den Beschenkten und uns stehen soll. Daher gibt es dafür eine Methode, die ganz ohne Knoten auskommt. Und diese habe ich ausprobiert und zeige meine Schritte und mein Ergebnis.

Formal Flat Wrap – Eine Geschenkverpackung ohne Knoten

Ich habe mir das wunderschöne Buch Liebe geschnappt, das ich hier schon vorgestellt habe. Das Buch möchte ich jetzt mit der Methode Formal Flat Wrap als Geschenk einpacken. Dazu lege ich als erstes das Tuch auf dem Tisch aus und lege das Buch so darauf, dass die Unterseite genau die Mitte des Tuchs darstellt (Schritt 1). Anschließend wir die untere Ecke zur oberen Ecke gefaltet (Schritt 2). Die linke Seite wird an der Kante des Buchs eingeklappt und die überstehende Ecke ebenfalls (Schritt 3 und 4). Das gleiche wird mit der rechten Seite wiederholt (Schritt 5 und 6). Als letztes wird die obere Ecke des Furoshiki-Tuchs nach unten gefaltet und die Ecke nach hinten eingeklappt. Fertig ist das wunderschön und nachhaltig verpackte Geschenk.

Schritt 1: Geschenk auf Furoshiki-Tuch legen
1. Schritt: Geschenk auf Furoshiki-Tuch legen
Schritt 2: Tuch nach oben zusammenfalten.
2. Schritt: Tuch nach oben zusammenfalten.
Schritt 3: An der Kante des Buches einklappen.
3. Schritt: An der Kante des Buches einklappen.
Schritt 4: Ecke einklappen auf Höhe des Buches.
4. Schritt: Ecke einklappen auf Höhe des Buches.
Schritt 5: Rechte Seite des Furoshiki-Tuchs einklappen.
5. Schritt: Rechte Seite des Furoshiki-Tuchs einklappen.
Schritt 6: Ecke wieder einklappen.
6. Schritt: Ecke wieder einklappen.
Schritt 7: Obere Ecke falten und unten einklappen. Fertig ist die Geschenkverpackung.
7. Schritt: Obere Ecke falten und unten einklappen. Fertig ist die Geschenkverpackung.

Furoshiki – And the Japanese Art of Gift Wrapping

Furoshiki ist eine wundervolle Kunst des Verpackens und die Verwendung von Tüchern hat uns, gerade bei Geschenken für unsere Kinder, schon einiges an Geschenkpapier einsparen lassen. Das Buch Furoshiki: And the Japanese Art of Gift Wrapping stellt alle grundlegenden Techniken und Methoden zur Verpackung der unterschiedlichsten Geschenke dar. Jede Methode wird in anschaulichen Zeichnungen Schritt für Schritt erläutert. Es eignet sich daher als Grundlage für die nachhaltige Verpackung von Geschenken. Das macht es aber auch gleichzeitig zu einem guten Geschenk für alle, die gerne selbst verschenken und dabei auf die Umwelt und die Wertschätzung der Beschenkten Wert legen. Wenn man das Buch direkt mit einer der Techniken einpackt, kann auch der Beschenkte mit dem Weiterschenken des Tuches direkt loslegen.

Wer noch mehr über Furoshiki-Bücher erfahren möchte, dem lege ich die Seite Japanwelt.de ans Herz.

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Furoshiki – And the Japanese Art of Gift Wrapping findet ihr bei einem der folgenden Anbieter.

* Wenn ihr dieses Buch über Furoshiki über einen der Buttons kauft, bekommen wir eine kleine Provision. Euch entstehen dafür keine zusätzlichen Kosten.

Bibliographische Angaben:

Furoshiki – And the Japanese Art of Gift Wrapping
Autor: Tomoko Kakita
Verlag: Laurence King Verlag
144 Seiten
Ersterscheinungsdatum: 21.10.2021
ISBN 9789781913947651

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6 Monate zuvor

Ich liebe ja alles, was aus Japan kommt. Naja, fast. Furoshiki habe ich bisher noch nicht ausprobiert. Die e hten Tücher sind leider auch sehr teuer. Und ao weot verbreitet ist es auch in Japan nicht, damals in der Uni oder im Büro hab ich jedenfalls keinen gesehen, der seine Bentobox ao cool verpackt hatte…

6 Monate zuvor

Hi,
was für eine coole Idee Geschenke zu verpacken!
Ich ärgere mich immer wenn ich meinen Neffen ihre Geburtstags oder andere Geschenke überreiche und die Geschenkverpackung gleich zerrissen wird.
Häufig hatte ich schon den Gedanken die Geschenke einfach in Zeitungspapier zu verpacken, doch überwunden hatte ich mich noch nie.
Da meine Freundin aber ein riesiger Fan Japans ist werde ich dieses Buch samt Stoffen gleich bestellen und dann ist es endlich vorbei mit dem Geschenkpapier zerreißen:-)
LG
Stephan

6 Monate zuvor

Hallo Bastian,
ich bin auch schon länger auf der Suche nach nachhaltigen Varianten zu beschichtetem Geschenkpapier. Kurzzeitig war ich auf Altpapier umgestiegen, fand dieses aber oftmals zu grau und trist. Die Idee mit den Tüchern kannte ich bisher noch gar nicht. Finde ich super interessant und werde diese zum Einpacken mal ausprobieren.
Herzliche Grüße
Vivienne

Mo
6 Monate zuvor

Wow. Das ist ja mal eine originelle Idee Geschenke zu verpacken. Ich bin ja sehr Japan begeistert und schon allein deshalb würde ich das auch ausprobieren wollen. Aber ich bin in Englisch echt eine Null. Da hoffe ich jetzt auf einen deutschen Verlag, der das Buch auf deutsch verlegt.
Auf jeden Fall lieben Dank für den Tipp. Ich werde das Buch definitiv im Auge behalten.

Liebe Grüße
Mo

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