Karak – ein Rollenspiel für die ganze Familie

Es wird mal wieder Zeit, ein spannendes Familienspiel vorzustellen. Das Spiel Karak aus dem Kosmos-Verlag ist ein Dungeon-Crawler, den man auch mit Kindern spielen kann. Laut Kosmos macht genau das das Spiel einzigartig. Aber was ist überhaupt ein Dungeon-Crawler? In Dungeons kennt man sich als Rollenspieler aus. Spiele, in denen man tiefe labyrinthartige Kellergänge erkunden musste und in denen sich Monster, Ausrüstung und Schätze befinden, gibt es schon seit den 1970ern als Computer- und als Brettspiele. Das ganze Ausmaß des Labyrinth erschließt sich dabei erst nach und nach während des Spieles. Und während dieses Genre eher Erwachsene Spieler anspricht (wahlweise auch ältere Kinder), zielt Karak als Familienspiel auch auf Kindern ab 7 Jahren.

Karak ist ein Dungeon-Crawler für die ganze Familie
Karak ist ein Dungeon-Crawler für die ganze Familie, Spiel © Kosmos Verlag

Karak – das Labyrinth erschließt sich langsam

Unter der alten Burgruine Karak soll es einen Dungeon mit vielen Schätzen geben. Das ist natürlich eine gute Gelegenheit, für eine Gruppe von Helden, sich in ein Abenteuer zu stürzen. Es gibt sechs verschiedene Helden, einen Magier, einen Schwertkämpfer, einen Krieger, eine Diebin, eine Seherin und einen Hexenmeister. Das Spiel beginnt damit, dass man sich einen Helden verdeckt zieht und in sein Heldendeck legt. Die Figuren sehen dabei nicht nur unterschiedlich aus, sondern haben auch verschiedene nützliche Fähigkeiten, die zu ihnen passen. So kann ein Schwertkämpfer bei einer gewürfelten 1 den Würfel nochmal werfen und bei einer 6 ist der Zug nach einem Kampf auch noch nicht automatisch beendet.

byrinth von Karak nocht nicht viel zu sehen
Am Anfang gibt es vom Labyrinth von Karak noch nicht viel zu sehen, Spiel © Kosmos Verlag

Das Spiel beginnen alle auf der einzigen Karte, die am Anfang schon auf dem Tisch liegt. Viel gibt es noch nicht zu sehen und so liegt es an den Helden, den Dungeon zu erschließen. Ist man am Zug, hat man vier Spielschritte zur Verfügung. Ein Schritt ist zum Beispiel, wenn man einen Helden auf ein benachbartes Feld stellt. Die Felder müssen dabei auch noch nicht erkundet sein, sondern können von einem verdeckten Stapel gezogen und angelegt werden. Erhält man so auf einen neuen Raum, kommen die Plättchen aus dem Säckchen ins Spiel. Darin befinden sich Schätze, Schlüssel und Monster. Hat man ein Monster gezogen, beginnt sofort der Kampf gegen den Spieler. Die Monster haben einen Kampfwert auf der Karte stehen und mit zwei Würfeln plus den mitgeführten Waffen und eventuell den Fähigkeiten des Helden, muss man über dem Kampfwert des Gegners liegen.

Bewegungen, Kämpfe und Schätze

Ok, das war vielleicht etwas verwirrend, aber zusammengefasst ist es eigentlich ganz einfach. Die 4 Schritte, die man pro Zug hat, können sein:

  • Bewegung in schon offenes Gebiet: Jedes Feld, auf das man geht, zählt dabei als ein Schritt.
  • Bewegung in unentdecktes Gebiet: Man zieht ein verdecktes Labyrinthfeld und legt es an das vorher bestimmte Nachbarfeld. Ist es ein Feld mit einem Raum, zieht man aus dem Beutel eine Monster- oder Schatzkarte.
  • Monsterkampf: Zieht man eine Monsterkarte, beginnt sofort der Kampf. Hat man eine Runde verloren, geht man zurück auf das Feld, von dem man gekommen ist und verliert ein Leben. Nach einem Kampf ist der Zug in der Regel zu ende, außer man hat die richtigen Fähigkeiten.
Das Labyrinth entwickelt sich im Laufe des Spieles und enthält einige Schätze, aber auch Monster
Das Labyrinth entwickelt sich im Laufe des Spieles und enthält einige Schätze, aber auch Monster, Spiel © Kosmos Verlag

Auch das Kämpfen ist ganz einfach und für Kinder ab den empfohlenen 7 Jahren kein Problem: Man würfelt mit zwei Würfeln, zählt die Werte seiner Ausrüstung dazu (bis zu 3 Punkte pro Waffe möglich) und setzt eventuell noch Flammenzauber ein. Ein Blick auf die Fähigkeiten lohnt sich auch. Die addierten Punkte geben den Kampfwert und werden mit dem Wert des Monsters verglichen. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Bei Punktgleichheit gibt es ein Unentschieden, der Zug ist zu Ende aber man verliert keinen Lebenspunkt.

Außer Monstern kann man auch Schatztruhen aus dem Beutel ziehen. Diese sind sehr wichtig, um das Spiel zu gewinnen. Gewinner wird nämlich der, der am Ende die meisten Schatztruhen hat. Die Schatztruhen sind aber verschlossen und können nur mit einem Schlüssel geöffnet werden. Diesen findet ihr, vielleicht habt ihr es schon erraten, bei den Monstern, die ihr bezwingen müsst.

Der Drache von Karak

Die Legende sagt, dass das Labyrinth auch das Zuhause eines mächtigen Drachen sein soll. Hat man diesen aus dem Beutel gezogen und besiegt, dann ist das Spiel zu Ende. Der Bezwinger des Drachens erhält dafür auch eine schöne Schatztruhe mit einem Rubin (der Schatz zählt dann als 1,5 Punkte). Aber gewonnen hat er damit noch nicht. Der Gewinner von Karak ist, wer am Ende die meisten Punkte, zusammengezählt aus den Schatztruhen, gesammelt hat. Daher kann es auch mal eine sinnvolle Strategie sein, den Drachen nicht gleich zu besiegen, sondern vorher noch ein paar Schatztruhen zu sammeln. Schließlich möchte man ja als Sieger aus dem dunklen Labyrinth herauskommen, oder?

Die Rückseite des Spiels Karak
Die Rückseite des Spiels Karak, Spiel © Kosmos Verlag

Karak ist eine Geschenkidee für die ganze Familie

Die Geschichte von Karak ist spannend und die zufällig gezogenen Monster und Räume sorgen ebenfalls für eine knisternde Atmosphäre beim Spieleabend mit der Familie. Durch die einfachen Spielregeln finden die Kinder leicht in das Spiel, trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, das Spiel zu beeinflussen und so keine Langeweile aufkommen zu lassen. Gerade unser 10 Jahre alter Sohn war sofort begeistert von dem Spiel und kann gar nicht genug davon bekommen. Das Spiel Karak ist daher eine Geschenkidee für Familien mit Kindern, die Lust auf spannende Gesellschaftsspiele haben und außerdem einen kindgerechten Einstieg in die Welt der Dungeon-Crawler wagen möchten.

Wer von dem Spiel nicht genug bekommen kann und noch mehr erleben möchte, dem seien die Erweiterung Regent ans Herz gelegt. In der Erweiterung gibt es neue Helden, neue Labyrinth-Teile und einen neuen Spielmodus. Ein Spieler übernimmt dabei den alten Regenten, der seine Macht wieder erlangen möchte.

Und wer auf der Suche nach einem friedlichen Familienspiel ist, der sollte sich unbedingt meinen Blogbeitrag zu dem Familienspiel Flügelschlag anschauen.

Anzeigen:

Karak und die Erweiterung findet ihr zum Beispiel hier:

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Zusammenfassende Angaben:

Karak
Autor: Petr Mikša, Roman Hladík
Verlag: Kosmos
Alter: ab 7 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten
Spieleranzahl: 2-5 Spieler

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5 Kommentare
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Hallo Bastian,
auch, wenn ich in der Jugend sehr gerne Pen & Paper-Rollenspiele, Adventures auf dem PC und diverse Brettspiele gespielt habe und auch heute noch gerne Rollenspielbücher lese, so kannte ich den Begriff Dungeon-Crawler bislang noch nicht.

Dein Spiel hat mich vom ersten Moment an sehr angesprochen.Ich mag es, wenn Spiele nicht zu kompliziert daherkommen. Stundenlanges Anleitung lesen, kann einem die Spielfreude im Vorfeld nehmen, finde ich. Da das Spiel aber auch für Jüngere geeignet ist, gehe ich mal davon aus, dass die Anleitung nicht zu umständlich und zu ausschweifend verfasst ist?

Scheinbar hatten auch die Älteren hier ihren Spaß. Du hast mich mit dieser Vorstellung sehr neugierig gemacht. Das könnte ein Spiel nach meinem Geschmack sein.

Vielen Dank für diese Vorstellung :o)

Ganz liebe Grüße
Tanja :o)

Reply to  Bastian

Hallo Bastian,
ich habe auch leidenschaftlich gerne Das schwarze Auge gespielt. Ich hatte auch noch ein Regelbuch für die Scheibenwelt (Pen & Paper). Allerdings ist es da irgendwie nie zur Umsetzung gekommen.

Nach und nach haben sich dann – leider – die Gruppen aufgelöst und – wie du sicherlich als Spieler nachvollziehen kannst – muss es hier eben auch mit der Konstellation passen.

Hast du denn auch schon mal Spielebücher ausprobiert? Ich habe zuletzt ein Buch “Wächter der Lüfte” von Rhianna Pratchett (die Tochter von Terry Pratchett) gelesen, das ich dir sehr gerne empfehlen möchte. Das war vom Setting einfach nur klasse, von den Regeln perfekt durchdacht, man musste sich nicht groß einlesen und es hatte einen hohen Abenteuer- und Spielspaßfaktor. Vielleicht ja auch was für den Sohn :o)

Ich danke dir für die Einschätzung, was den Spielspaß für Erwachsene betrifft. Das Spiel werde ich mir mal auf die Wunschliste notieren. Danke :o)

Ganz liebe Grüße
Tanja :o)

Mo
10 Monate zuvor

Hallo lieber Bastian,

das klingt ja spannend. Ich kannte zwar Dungeons, aber keine Dungeon-Crawler. Cool, dass das Spiel auch für jüngere Kinder ist. Aber sie sollten schon sicher in Mathe sein, oder? Wenn ich das richtig verstanden habe, dann muss gerade bei den Kämpfen gerechnet werden, korrekt?
Auf jeden Fall klingt das nach einem tollen Spieleabenteuer. Ich merke mir das mal. Der Lesejunior hat bald Geburtstag und da ist das vielleicht eine schöne Überraschung und wir haben endlich mal wieder Abwechslung im Spieleabend.

Liebe Grüße
Mo

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